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Führungskräftecoaching in Kliniken

verfasst am: 09.03.2017

Was in der Industrie schon seit vielen Jahren als Standardinstrument in der Personalentwicklung genutzt wird, findet langsam auch Einzug im Klinikbereich. Das individuelle Coaching von Führungskräften. Sei es im Verwaltungsbereich oder auch, seit relativ kurzer Zeit, im Ärztebereich.

Doch Kliniken sind nicht mit der klassischen Industrie zu vergleichen, denn sie haben spezielle

  • Gesetzmäßigkeiten
  • Problemstellungen
  • Strukturen
  • Kultur

und nicht zu vergessen, auch einen speziellen Sprachgebrauch.

Seit einigen Jahren haben nun auch konventionelle Beratungsunternehmen den Klinikbereich, in punkto Coaching und natürlich auch Training, für sich entdeckt. Doch lassen sich Industriekonzepte nicht einfach passgenau auf den Klinikbereich übertragen.

Ich selbst bin seit 30 Jahren beratend im Klinikbereich tätig und viele neue Kunden kommen zu mir, nachdem sie, nennen wir es einfach mal,  „ambivalente“ Erfahrungen mit Klinikfernen Coaches gemacht haben.

Vielleicht denken Sie ja auch darüber nach, für eine Ihrer Führungskräfte oder für sich selbst ein Coaching in Anspruch zu nehmen. Dann stehen meisten drei Fragen im Vordergrund:

 1.      Was kann ein Coaching bringen?

2.      Wie finde ich einen guten Coach?

3.      Was kostet ein Coaching?

 

1.      Was kann ein Coaching bringen?

Bedingt durch die „verschärften Arbeitsbedingungen“, denen Verwaltungsleiter, Geschäftsführer und Vorstandsvorsitzende im Klinikbereich ausgesetzt sind, nimmt auch der persönliche Druck auf diese Führungskräfte zu. Das Spannungsfeld zwischen medizinischen und betriebswirtschaftlichen Erfordernissen wird größer. Der Konkurrenzdruck, bei immer knapper werdenden Budgets, ist gestiegen. Viele Kliniken werden die nächsten Jahre nicht überleben.

Das Image, gerade von Klinik-Geschäftsführern, wird in der Gesellschaft immer kritischer gesehen. Oft werden sie intern und extern zum „Feindbild“ hochstilisiert, welches nur das Geld verwaltet und durch Personalkürzungen und Patientenfeindliche Maßnahmen, den Klinikalltag „entmenschlicht“.

Das Problem des steigenden Fachkräftemangels, Berufsübergreifenden Konflikten und anderen Problemstellungen will ich hier gar nicht erst thematisieren.

Unterm Strich stehen Klinikmanager unter einem enormen Druck, der sie fachlich und auch persönlich belasten kann, und oftmals auch tut.  Genau hier kann ein fundierter Klinikcoach hilfreich sein. Denn Klinikmanager haben so gut wie keine Möglichkeit, sich ohne die Gefahr des Kompetenz- und Imageverlustes, ehrlich über ihre beruflichen und persönlichen Problemstellungen auszutauschen, und nach adäquaten Lösungsmöglichkeiten zu suchen.

Der Coach fungiert hier als kompetenter Begleiter und manchmal auch als „Sparringpartner“. Er gibt ein ehrliches Feedback. Etwas, was Manager, ab einer gewissen Führungsebene einfach nicht mehr erhalten. Somit steigt die Gefahr einer „Betriebsblindheit“, welche durch ein Coaching wieder auf ein gesundes Niveau herunter gebracht werden kann.

Dieser ehrliche Austausch, das Durchspielen verschiedener Handlungsalternativen und das Durcharbeiten lösungorientierter Strategien, zeichnet ein Führungscoaching aus. Genau deswegen ist es auch so wichtig, dass der Coach sich im Klinikbereich auskennt und keine Angst vor „Alphatieren“ hat. Mögliche Coachingthemen können sein:

·        Standortbestimmung in punkto Führungskompetenzen

·        Ausbau persönlicher Kompetenzen

·        Strategisches Veränderungsmanagement im gesamten Klinikbereich

·        Verbessertes Zeitmanagement unter erschwerten Bedingungen

·        Umgang mit konfliktträchtigen Berufsgruppen und Situationen

·        Persönlicher Stressabbau und Ressourcenoptimierung

2.      Wie finde ich einen guten Coach?

Eigentlich gibt es die Berufsbezeichnung Coach gar nicht und auch keine rechtlich reglementierte Ausbildungsnorm. Jeder darf sich Coach nennen. Das macht die Auswahl eines qualifizierten Coach schwierig. Es gibt mittlerweile natürlich auch Coachingverbände, die zertifizierte Ausbildungen anbieten und  mehr oder weniger fundierte Ausbildungsnormen haben.

Die größten Verbände in Deutschland dürften Folgende sein:

BDVT (http://bdvt.de), dvct (http://www.dvct.de) und DBVC (http://www.dbvc.de). Auf deren Webseiten findet man Informationen zu den angeschlossenen Ausbildungsinstituten, zu Zertifizierungen, Kontaktmöglichkeiten, Honorargefügen etc..

Natürlich besteht das Interesse eines Verbandes darin, eine hohe Mitgliederzahl zu generieren, die entweder über eigene Ausbildungsgänge angeworben wird oder über Mitgliedschaften für „qualifizierte, zahlende Professionals“, die den selbst auferlegten Standards des jeweiligen Verbandes entsprechen. Die meisten dieser Mitglieder haben viel Zeit und Geld in ihre Coach-Zertifizierung investiert und verfügen über gute Kenntnisse, was grundlegende Coachingprozesse, psychologische Grundkenntnisse und Selbstreflexionstechniken angeht.

Nichtsdestotrotz kann eine gute Coachausbildung aber nicht die jahrelange Branchenkenntnis ersetzen. Schließlich geht es beim Coaching nicht um Therapie, sondern um qualifizierte Begleitung, meistens bezogen auf Arbeitsthemen. Gleichzeitig sollte aber jeder „Branchencoach“ aber auch über ein fundiertes psychologisches Hintergrundwissen verfügen, da es im Coaching manchmal auch sehr emotional werden kann und die Psyche der jeweiligen Führungskraft im Coaching eine tragende Rolle spielt. Die Grenzen zu einer Therapie können fließend sein und ein guter Coach sollte erkennen, wann andere Fachqualifikationen von Nöten sind, um dem jeweiligen Klienten zu helfen.

Im Klinikbereich, wie auch in anderen Branchen, ist die persönliche Empfehlung oft der beste Weg. Wenn Sie online nach einem Coach suchen, sind sicherlich die Coachingverbände eine erste Anlaufstelle. Stellen Sie jedoch sicher, dass der von Ihnen präferierte Coach über Klinikerfahrung verfügt. Professionelle Coaches haben kein Problem damit, Ihnen konkrete Ansprechpersonen in Kliniken zu nennen, außer der Coachingklient hat sich explizite Diskretion erbeten.

3.      Was kostet ein Coaching?

In den letzten Jahren gab es einen wahren Boom im Coachingbereich. Immer mehr Anbieter mit unterschiedlichsten Qualifikationen sorgen natürlich auch für sehr unterschiedliche Preisstrukturen. Coaches bieten Stunden-, Halbtages- und Ganztagescoachings an. Je nach Dringlichkeit und individuellem Bedarf. Grundsätzlich aber gilt sicherlich, wer für den gehobenen Management-Bereich einen Coach sucht, sollte die Finger von Billiganbietern lassen. Denen fehlt es oft an der entsprechenden Erfahrung, dem „notwendigen Biss“  und viele betätigen sich eher als „Hobby- und Teilzeitcoaches“. Was aber nicht bedeuten soll, dass besonders hochpreisig auch gleichzeitig besonders gut bedeutet. Denn nach oben gibt es bei Coachingpreisen keine Grenze. Deswegen ist hier, wie auch in anderen Bereichen, eine persönliche Empfehlung Gold wert.

Je nach Professionalisierungsgrad kostet eine Coachingstunde im Unternehmensbereich mindestens € 150,– netto die Stunde, zzgl. Reisekosten, eventuelle Übernachtung etc.. Coaches mit langjähriger Berufs- und Branchenerfahrung  liegen darüber. Eine gute Richtlinie, was Coachingpreise angeht, bieten die Honorarempfehlungen des Berufsverbandes der Trainer, Berater und Coaches, kurz bdvt e.V..

Anfragen bei seriösen Coaches sind kostenfrei. Ist für das Vorgespräch eine Anreise notwendig, werden im Vorfeld vereinbarte Reisekosten in Rechnung gestellt. Die Chemie zwischen dem Klienten und dem Coach muss stimmen, da es im Coaching oft auch um persönliche Anliegen geht. Daher ist ein persönliches Vorgespräch immer zu empfehlen, wo auch der genaue Bedarf, Zeitrahmen, Kosten, Qualifikation und Vorgehensweise des Coaches thematisiert werden sollten.

Dieser Artikel von mir erschien im „Der Krankenhaus-JUSTITIAR“ 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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