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Der Sekundärgewinn des Jammerns…

verfasst am: 09.03.2018

Vor einiger Zeit habe ich ein Tagesseminar zum Thema „Zeit und Selbstmanagement“ gehalten. Das mache ich nur noch selten, da  die meisten Damen, die in diesen Seminaren sitzen ( und wie bei vielen Soft-Skill-Seminaren, sitzen mehr Frauen als Männer vor mir), angeblich händeringend nach neuen Lösungen suchen. Bei jedem Tipp oder Technik mir aber erklären werden, warum dies gerade bei ihnen nicht funktioniert…

Und ganz ehrlich, manchmal bin ich einfach nur noch genervt. Es hat so etwas von: „Wasch mich, aber mache mich nicht nass.“ Selbst wenn eine Frau neben ihnen sitzt, die mehr oder weniger die identische Situation durchlebt und bei der eine Lösung funktioniert hat, wird „die Leidende“ nicht zulassen können, dass diese Lösung auch bei ihr funktionieren könnte. Denn in ihrem tiefsten Inneren will sie doch etwas Besonderes sein. Nicht in dem sie etwas Besonderes  tut, sondern indem ihr Leid am größten ist!

In der Psychologie spricht man dann vom Sekundärgewinn. Gerade im Jammern und Zurückweisen von möglichen Lösungen steckt ein hoher Sekundärgewinn. Jetzt werden Sie vielleicht sagen,  „ Welcher Gewinn soll denn darin stecken, wenn eine belastende Situation sich nicht ändert?“

Ganz einfach! Diejenige muss sich nicht ändern und es besteht kein Risiko, dass diejenige einen Fehler macht oder scheitert. Und außerdem ist niemand neidisch auf jemanden, dem es offensichtlich schlecht geht. Die Aufmerksamkeit ist derjenigen gewiss und es gibt auch kaum Konkurrenz. Niemand möchte das Leid unbedingt überbieten. Wenn doch,  fühlt die Leidende sich auch gleich besser. Obwohl sich nichts geändert hat.

Eigentlich eine Superlösung. Ich muss nichts verändern, ich muss nur darüber reden und schon geht es mir besser. Das Problem ist nur, dass dieses Reden zu einer Selbsterfüllenden Prophezeiung wird. Je mehr wir darüber reden, desto schlechter kommen wir aus der Situation raus. Beziehungsweise, desto hilfloser fühlen wir uns. Es gibt meistens nur eine Lösung aus schlechten Situationen herauszukommen. Die besteht im Tun. Mit dem vollen Risiko, dass es nicht funktionieren könnte, aber wenigstens passiert etwas. Dazu einer meiner Lieblingssprüche: „Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders ist. Ich weiß nur, dass es anders werden muss, um besser zu sein.“…

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